Dorferneuerung
Erfolgsgeschichte einer Dorferneuerung findet Fortsetzung
(11.03.2025) Ellgau, Augsburg - Die Dorferneuerung in Ellgau setzt einen weiteren Akzent. Das ehemalige Raiffeisenlagerhaus wird durch einem Veranstaltungsstadel ersetzt. Das örtliche Kulturleben wird mit diesem Ersatzbau nicht nur gefestigt, sondern bietet den örtlichen Kulturschaffenden völlig neue Möglichkeiten. „Dieses Projekt setzt die Erfolgsgeschichte der Ellgauer Dorferneuerung fort“, betonte Ludger Klinge, stellvertretender Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben, beim Spatenstich
Ein Ort mit Charme
„Ellgau versprüht Charme, steht für großartige Projekte, hier rührt sich was“, freute sich Klinge. Die Gemeinde habe es verstanden, staatliche Förderung und Bürgerengagement unter einen Hut zu bringen. Mit dem Abriss des ehemaligen Lagerhauses und dem bevorstehenden Neubau eines Veranstaltungsstadels, flankiert von einem Lagergebäude, decke die Gemeinde nicht nur die Bedürfnisse vor Ort, sondern griff zum richtigen Zeitpunkt auf die Initiative „Innen statt Außen“ zu. „Mehr geht nicht“, sagte Klinge zur Fördersumme. Die Initiative „Innen statt Außen“ ziele darauf ab, Ortsmitten zu beleben, Flächenverbrauch zu verringern, Baukultur zu bewahren, Identität zu schaffen und Freiräume aufzuwerten. Dies werde hier in Ellgau vorbildlich erfüllt.
Hand in Hand
Nach Fertigstellung sollen für den Abbruch des ehemaligen Lagerhauses, den Bau des neuen Vereinsstadels und des Lagergebäudes wie auch für die Mosterei am Ende knapp 800.000 Euro nach Ellgau fließen. „Solche Projekte sind aber nur möglich, wenn es zwischen der Gemeinde, der Teilnehmergemeinschaft wie auch dem Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben Hand in Hand geht und eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet wird“, sagte Klinge. In Ellgau sei dies stets der Fall gewesen. „Weil hier alles mustergültig und reibungslos abläuft, erhielt Ellgau auch im Jahre 2021 im Zuge des 40jährigen Jubiläums zur Dorferneuerung in Bayern als eine von 40 bayerischen Gemeinde eine Jubiläumslinde gepflanzt“, erinnerte Klinge. Staatsminister Fabian Mehring lobte das Engagement der Gemeinde und Landtagsabgeordneter Manuel Knoll hob die Bedeutung der Dorferneuerung für den ländlichen Raum hervor.
Multifunktionales Gebäude
Mit dem Neubau des Veranstaltungsstadels als Ersatz für das ehemalige Raiffeisenlagerhaus entsteht direkt am Mühlbach in Anlehnung an den Vorgängerbau ein multifunktionales Gebäude in Holzbauweise. Gemeinschaftliche Aktivitäten, insbesondere im kulturellen Bereich sind hier geplant. Temporäre Nutzung durch die Bürgerschaft ist ebenfalls möglich. Das Gebäude ist so geplant, dass je nach Witterung, Veranstaltungen Indoor wie Outdoor abgehalten werden können. Eine Öffnung nach außen ist also gegeben. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen haben über den ebenerdigen Zugang problemlos Zutritt zum Gebäude. Im danebenstehenden Lagergebäude werden Ausstattungsgegenstände der örtlichen Vereine sowie eine Mosterei untergebracht. Im Vorfeld wurde der Raumbedarf wie auch das Nutzungskonzept mit allen Akteuren in Arbeitskreissitzungen, Bürgerversammlungen etc. abgestimmt.
Dorferneuerung im Überblick
Die Dorferneuerung in Ellgau wurde im Jahr 2009 eingeleitet. Bis heute wurden für diverse Projekte staatliche Fördergelder in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro bereitgestellt.
Herausragende Projekte waren
- Förderung eines Senioren- und Jugendraumes im Mehrzweckhaus
- Neugestaltung der Ortsmitte
- Anbau des „Hauses der Vereine“ an das Schulgebäude
- Ökologische Aufwertung des Mühlbaches mit Stegbuhnen, Wasserbausteinen, Aufweitung des Bachbettes, Bau eines Holzdecks und einer Wassertretanlage, Flachwasserzonen, Treppen und Trittsteine und Erhalt des Trafoturmes als Kulturdenkmal
- Herausgabe einer Informationsfibel mit Empfehlungen für die Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen
- Erscheinen der Dorfchronik „Ellgau– Dorf am Lech“
- Historischer Ortsrundgang durch Ellgau - Gestaltung und Errichtung von 20 Schautafeln
- Pflanzen einer Dorflinde aus Anlass „40 Jahre Dorferneuerung in Bayern“